Stephan Dabbert wusste für den Ökolandbau zu begeistern. Mit seinem Verständnis des landwirtschaftlichen Betriebs als einen Organismus, dessen Teile sich bedingen, hat er jungen Wissenschaftler*innen an der Uni Hohenheim eine neue Welt eröffnet, sie zur Ökolandbauforschung gebracht und deren wissenschaftliches Verständnis geprägt.
Er koordinierte das erste EU-Forschungsprojekt zur Ökonomie des Ökolandbaus und sorgte dafür, dass die Ergebnisse breit veröffentlicht wurden. So beeinflussten seine Forschungsergebnisse den 1. EU-Aktionsplan für den Ökolandbau und das Bundesprogramm Ökologischer Landbau in Deutschland. Er setzte sich kritisch mit dem EU-Kontrollsystem auseinander und initiierte als einer der Ersten die umfassende Analyse der Umweltwirkungen des Ökolandbaus.
In seiner ruhigen und zurückhaltenden aber auch humorvollen Art war er ein scharfsinniger Denker und Diskussionspartner. Immer abwägend, in der Sache sehr klar und durchaus kritisch verstand es Stephan Dabbert, wichtige Impulse zu setzen. Der Ökolandbau hat in ihm einen herausragenden Wissenschaftler und Freund verloren.
Stephan Dabbert starb am 1. Oktober 2024. Wir werden ihn vermissen!
Dr. Mathias Stolze, FiBL; Prof. Dr. Anna Maria Häring, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE); Prof. Dr. Ulrich Hamm, Professor i. R., Universität Kassel; Prof. Dr. Jürgen Braun, Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU); Dr. Jürn Sanders, FiBL