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Video: Parasitenkontrolle mit Tanninen bei Kleinwiederkäuern

Titelbild des Videos.

Die Kontrolle von Magen-Darm-Würmern bei Schafen und Ziegen stellt eine grosse Herausforderung dar, da die herkömmlichen Entwurmungsmittel ihre Wirkung verlieren. Zudem möchte man im Biolandbau den Einsatz von Medikamenten minimieren. Das FiBL Schweiz arbeitet bereits seit vielen Jahren an der Entwicklung von alternativen Behandlungsstrategien, unter anderem durch den Einsatz von Tanninen. Ein Video gibt Einblicke in Forschung und Praxis.

Im Film stellen FiBL Experte Steffen Werne und Herbert Volken vom Landwirtschaftszentrum Visp im Kanton Wallis ihre Erkenntnisse zum Einsatz von Tanninen bei der Parasitenkontrolle bei Schafen und Ziegen vor.

Tannine kommen in einigen Futterpflanzen natürlicherweise vor und binden sich an die Eiweisse von Magen-Darm-Würmern, was zu einer Verringerung ihrer Vitalität führen kann. Esparsette, eine tanninreiche Pflanze, wurde in Fütterungsversuchen getestet und zeigte vielversprechende Ergebnisse: die Parasitenausscheidung konnte um 25 Prozent gesenkt werden. In der Praxis stellte sich jedoch heraus, dass der Anbau von Esparsette sehr aufwendig ist und die Effekte auf die Tiergesundheit nicht den Erwartungen entsprachen.

Daher wurde von einem kurativen Ansatz zu einem präventiven Ansatz gewechselt, bei dem weniger Esparsette verfüttert wird. Ziel ist es, die Eiausscheidung der Würmer zu reduzieren, um die Reinfektion von der Weide zu verringern. In Versuchen mit Milchziegen konnte eine Reduktion der Eiausscheidung um etwa 20 Prozent in der Esparsetten-Gruppe festgestellt werden, jedoch konnte dieser Unterschied statistisch nicht belegt werden. Interessanterweise wurden bei den Käsesorten, die aus der Milch dieser Gruppen hergestellt wurden, signifikante Geschmacksunterschiede festgestellt.

Ein Fazit der Versuche ist, dass Esparsette zwar eine gewisse Unterstützung bieten kann, der Ansatz wegen des ungünstigen Kosten-Nutzen-Effekts jedoch zu wenig praxistauglich ist. Derzeit wird getestet, ob mit der Verfütterung von Tanninen aus Weintrester ein kostengünstigeres Verfahren entwickelt werden kann.

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Steffen Werne

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